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„Hauptsache, niemals den Mut verlieren“
Irene Fitz: Hat sich mit Willensstärke, Fleiß und Ehrgeiz durchgesetzt
Wie integriere ich mich erfolgreich in Deutschland? Wie finde ich schnell Arbeit, wie baue ich mir eine Existenz auf, wie komme ich zu den notwendigen Kontakten?
Russlanddeutsche Spätaussiedler, die sich neu orientieren müssen, haben es vor allem mit diesen Fragen und Problemen zu tun. Zwar gibt es in Deutschland vielfältige Möglichkeiten, sich beraten und helfen zu lassen, doch haben die Empfehlungen der jeweiligen Einrichtungen oft nur wenig mit der Realität zu tun, der sich Deutsche aus Russland gegenüber sehen.
Die Münchnerin Irene Fitz hat sich trotz aller Widrigkeiten durchgesetzt – mit Fleiß und einer guten Portion Ehrgeiz.
Die Geschäftsführerin der Medizinischen Brücke GmbH, Irene Fitz, ist eine Frau, über die man im Westen sagt, sie habe sich „selbst erfunden“. Eine Frau, die dank ihrer Willensstärke und ihrem Organisations- und Kommunikationstalent erfolgreich ist.
Zusammen mit ihrem Mann, dem Journalisten Alexander Fitz, und zwei Töchtern (eine dritte wurde in Deutschland geboren) kam Irene 1991 nach Deutschland. Die gesamte Habe der Familie hatte in drei Koffern Platz, dazu Erspartes in Höhe von 1.000 DM. Die Integration in die neue Gesellschaft begann mit dem Erlernen der deutschen Sprache und der Suche nach einem Arbeitsplatz.
Von Anfang an war sich Irene darüber im Klaren, dass es keinen Sinn haben würde, sich bei der Arbeitssuche auf Bereiche zu konzentrieren, die etwas mit ihren sowjetischen Diplomen als Theaterwissenschaftlerin und Psychologin zu tun haben. „Ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und Erfahrungen im Westen hatte ich in diesen Berufen keine Chance. Und von der Sozialhilfe zu leben und auf einen Job zu warten, der meiner Ausbildung entsprach, kam für mich und meine Familie nicht in Frage“, erzählt Irene Fitz.
Deshalb nahmen ihr Mann und sie bereits im ersten Monat in Deutschland jede Arbeit an. So ganz nebenbei half ihnen das, einen breiten Bekanntenkreis und gute Freunde zu gewinnen, unter denen sich auch einheimische Deutsche befinden. „Wir haben die einheimischen Deutschen in der Regel als fleißige, freundliche, hilfsbereite und kontaktfreudige Menschen erlebt, die ihre Traditionen und ihr Brauchtum mit viel Hingabe pflegen“, so Irene Fitz. „Allerdings gibt es auch viele einheimische Nachbarn, die über uns Aussiedlern grundfalsche Vorstellungen haben, die von der negativen Berichte Reden Interviewsrstattung in den Medien beeinflusst sind. In dieser Hinsicht haben wir immer versucht, unseren hiesigen Freunden und Bekannten auch andere Seiten der russlanddeutschen Mentalität zu zeigen.“
1996 übernahm die engagierte Frau einen Begleitservice für Patienten, die aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion zur Kur nach Deutschland kamen. Sprunghaft erweiterten sich dabei ihre Kontakte zu medizinischen Kuranstalten und Ärzten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz.
Als sich ein zuverlässiger Erfolg des Unternehmens abzeichnete, gründeten Irina und Alexander Fitz eine GmbH, die sich inzwischen auf Dienstleistungen wie komplexe Diagnostik, Behandlung von Unfruchtbarkeit, urologische und Krebserkrankungen sowie plastische Chirurgie nach Programmen der besten privaten Unikliniken Deutschlands spezialisiert.
Die erfolgreiche Tätigkeit der GmbH wird durch enge Kontakte mit führenden deutschen Kliniken und Herstellern medizinischer Technik gefördert, aber auch durch eine enge geschäftliche Zusammenarbeit mit medizinischen Kapazitäten auf internationaler Ebene. „Wir sind stolz auf die Unterstützung durch das bayerische Gesundheits- und Sozialministerium und die festen Kontakte zu führenden Versicherungsgesellschaften und medizinischen Behörden der GUS-Länder“, beschreibt Irene Fitz das Erfolgsrezept.
Die Programme, die das Unternehmen seinen Kunden anbietet, sind sehr vielfältig, denn auf Kreativität wird großen Wert gelegt. Auf der Homepage wird über den neuesten Stand der medizinischen Betreuung und aktuelle medizinische Angebote informiert.
Die Familie hat nie bereut, nach Deutschland gekommen zu sein. Die Wurzeln seien nach der Geburt der dritten Tochter noch tiefer geworden, sagt Irene Fitz. Für Landsleute, die erst seit kurzem in Deutschland leben und noch auf der Suche nach einer eigenen beruflichen und sozialen Identität sind, hat sie einen Rat: „Nie den Mut verlieren, jede Arbeit annehmen und mit Respekt auf die hiesige Bevölkerung zugehen. Schließlich wollen wir doch hier ein Zuhause finden.“
Mehr zur Tätigkeit der Medizinischen Brücke GmbH unter :
www.med-most.de
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