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Der „deutsche Traum“ eines Deutschen aus Russland: Andreas Axt genießt das Glück, Job und Spaß in einem zu haben

Die Amerikaner haben den Begriff „Selfmademan“ erfunden. Er beschreibt einen Menschen, der aus eigener Kraft den amerikanischen Traum, sich selbst glücklich zu machen, verwirklicht hat. Die meisten Deutschen aus Russland haben ihren „deutschen Traum“, zu dem unter anderem eine interessante und gut bezahlte Arbeit oder noch besser ein eigenes Unternehmen, ein Eigenheim mit Familie und Kindern und nicht zuletzt die Lust zu reisen gehören. Mit seinen 35 Jahren ist Andreas Axt, der in Augsburg lebt und Inhaber des Telekommunikationscenters INTEAL ist, der Verwirklichung dieses Traumes bereits sehr nahe gekommen.

Er hat das Glück, einen Beruf zu haben, der ihm nicht zuletzt großen Spaß macht. In einer Branche, die er für eine der interessantesten hält, der Telekommunikation, und in einem Unternehmen, das er selbst gegründet hat und in dem er sein eigener Herr ist. Die Einzugsfeier in sein stattliches Haus, das in der Nähe von Augsburg idyllisch am Waldrand gelegen ist, hat er ebenfalls bereits hinter sich. Seine zehnjährige Tochter Vivien und sein sechsjähriger Sohn Philipp finden darin die besten Voraussetzungen für ein glückliches Leben.

Inzwischen hat sich Andreas Axt auch die Voraussetzungen geschaffen, seiner Reiselust zu frönen: In der kroatischen Stadt Zadar an der Adriaküste hat er zusammen mit seinem Vater Andreas ein schneeweißes Schnellboot stehen. „Schade nur, dass ich nicht mehr als fünf oder sechs Tage im Jahr am Steuer stehen kann“, bedauert er. „Die Arbeit wächst mir regelmäßig über den Kopf. Andererseits – ohne Arbeit gäbe es auch kein Schnellboot.“ In dieser Bemerkung ist die ganze Mentalität der Deutschen aus Russland enthalten. Erinnern wir uns an die Siedlungen und Kleinstädte der ehemaligen Sowjetunion, in denen die deportierten Russlanddeutschen in der tiefsten Provinz lebten. Die besten Häuser und die gepflegtesten und schönsten Gärten gehörten deutschen Familien. Es war beeindruckend, welche Erfolge die Russlanddeutschen schon nach kurzer Zeit in der Verbannung erreicht hatten. Dabei hatten sie mit nichts angefangen, waren völlig entrechtet, hatten keinen Anspruch auf freie Wahl des Wohnortes und wurden massiv an einem Hochschulstudium gehindert.

Um sich für die Branche fit zu machen, sammelte Burau vor der Verlagsgründung 1997 Informationen über den Büchermarkt, Autoren, Druckereien. Man konnte ihn oft auf Seminaren der Landsmannschaft sehen, wo er Kontakte zu Musikern, Künstlern und Autoren knüpfte. Er hatte seinen Verlag ursprünglich als Musikverlag konzipiert: „Ich singe im Männerchor, und dabei ist mir aufgefallen, wie schlecht manche Notenbücher gedruckt sind. Ich wollte es besser machen“. Aber dann entschloss er sich, auch schöngeistige Bücher von russlanddeutschen Autoren herauszugeben. Ein Bankkredit half ihm die Verlagstätigkeit anzukurbeln. Die Mehrheit der Autoren könne für die Druckkosten nicht aufkommen, erklärt er. Inzwischen hat Robert Burau dutzende Titel verlegt.

In der Altairegion und in Kasachstan gab es mehrere deutsche Kolchosen, die von Deutschen geleitet wurden und zu den fortschrittlichsten und reichsten Musterwirtschaften gehörten. Landesweit hatten die Deutschen einen guten Ruf als hervorragende Bauarbeiter, Mechaniker, Berg- und Metallarbeiter. Wenn es allerdings um Orden und Preise ging, wurden diese in der Regel an andere vergeben Deutsche gab es auch unter Wissenschaftlern, Konstrukteuren, Musikern, Schauspielern oder Sängern, doch wurde deren Identität eher verschwiegen. Vor der Oktoberrevolution des Jahres 1917 gehörten die Deutschen zu den gebildetsten Volksgruppen des Russischen Reiches. Erst als ihnen infolge der politischen Entwicklungen verboten wurde, sich in Großstädten niederzulassen, und sie dadurch keine Möglichkeiten hatten, an renommierten Lehranstalten zu studieren, ging es mit ihrem intellektuellen Potential bergab. Die stalinistischen Säuberungswellen vernichteten einen beträchtlichen Teil der russlanddeutschen Intelligenz – Lehrer, Geistliche, Wissenschaftler, Künstler.

Von Andreas Axts Vorfahren in der ehemaligen Sowjetunion brachte es zwar keiner zu landesweiter Bekanntheit, man weiß jedoch, dass sie wohlhabende Bauernwirtschaften in der Umgebung von Marxstadt an der Wolga betrieben. Doch gerade dafür, dass sie fleißig arbeiteten und Gewinn bringend wirtschafteten, mussten sie büßen. In den 1930er Jahren wurde die Familie Becker, welcher Andreas Axts Großvater mütterlicherseits angehörte, enteignet und in das Gebiet Swerdlowsk verschickt, wo sie unter der unbeschreiblichen Hungersnot litten. Dasselbe Los drohte auch seinem Großvater väterlicherseits, Christian Axt, der aber gerade noch rechtzeitig bei Nacht und Nebel nach Moskau fliehen und so zumindest einen Teil seines Vermögens und das Leben seiner Familie retten konnte.

In Moskau arbeitete Christian Axt zunächst in der Zuckerwarenfabrik „Krasnyj oktjakrj“, die 1850 von dem Deutschen Ferdinand Theodor von Einem gegründet wurde und traditionell viele Deutsche beschäftigte. Später fand er Arbeit beim bekannten Durow-Zirkus. Seine Frau Luise wurde als Wirtschafterin in der Familie des angesehenen Staatsfunktionärs Otto Kuusinen, seinerzeit Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der Karelisch-Finnischen SSR, angestellt. Das ersparte der Familie jedoch nicht die Deportation 1941; sie musste vielmehr das Schicksal der gesamten Volksgruppe teilen.

Christian Axt gehörte zu den wenigen, denen die Flucht aus der Trudarmee im Norden des Landes nach Kasachstan gelang, wo seine Frau arbeitete. Das ist zwar eine ganz andere Geschichte, aber sie betrifft Andreas Axt insoweit, als er anscheinend nicht nur den Fleiß, die Zielstrebigkeit und den Ehrgeiz seiner Vorfahren geerbt hat, sondern auch das Bestreben, frei zu sein und über sein Leben selbst zu bestimmen. Mit 20 kam er nach Deutschland; sofort nach dem Sprachkurs suchte er sich eine Arbeit, bildete sich im Bereich Telekommunikation weiter und informierte sich in Sachen Existenzgründung. Es war nicht leicht, an seinem Selbstvertrauen zu arbeiten, eigene Erfahrungen zu sammeln, sich auf dem Markt zu behaupten und Lücken für eigene Angebote zu finden. Aber Andreas Axt hatte ein festes Ziel vor Augen, die Unterstützung seiner Familie als Rückhalt und dieselbe Hartnäckigkeit wie sein Großvater Christian.

Ausführliche Informationen über das Unternehmen erhalten Sie unter:
www.inteal.de

 

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