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Bundesdelegiertenversammlung:
Kontinuität und Wechsel
Adolf Fetsch als Bundesvorsitzender wieder gewählt
Vier neue Mitglieder im Bundesvorstand
Bei der Bundesdelegiertenversammlung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 14. und 15. November in Stuttgart-Vaihingen wurde Adolf Fetsch (Bayern) in seinem Amt als Bundesvorsitzender bestätigt. Der 69-Jährige setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 82 zu 20 Stimmen gegen Dr. Arthur Bechert (Bayern) durch und geht damit in seine dritte Amtszeit von drei Jahren. Bei der Wahl der übrigen Mitglieder des Bundesvorstandes wurden Leontine Wacker (Baden-Württemberg) und Lilli Bischoff (Niedersachsen) in ihren Ämtern bestätigt. Neu im Bundesvorstand vertreten sind Waldemar Weiz (Nordrhein-Westfalen), Ewald Oster (Bayern), Dr. Alfred Eisfeld (Niedersachsen) und Rosa Emich (Hessen).
Doch ehe die Wahlen durchgeführt werden konnten, hatten die Delegierten ein anstrengendes Tagesprogramm zu bestehen, das durch heftige Aggressionen zusätzlich belastet wurde und sich von 14 Uhr mit Unterbrechungen bis nach Mitternacht hinzog. Der Berufene Organisationsreferent der Landsmannschaft, Waldemar Neumann (Baden-Württemberg), war als Versammlungsleiter mit seinen beiden Beisitzern Juri Heiser (Bayern) und Viktor Helmel (Nordrhein-Westfalen) wahrlich nicht um seine Aufgabe zu beneiden.

Erfolgreiche Arbeit unter erschwerten Bedingungen
Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, hob in seinem Bericht eingangs die erschwerten Bedingungen hervor, unter denen der Bundesvorstand seine Arbeit in der zurückliegenden Amtsperiode habe verrichten müssen. Der weitgehende Rückzug von drei Bundesvorstandsmitgliedern habe letztlich dazu geführt, dass er gemeinsam mit Leontine Wacker, Lilli Bischoff und Waldemar Axt die gesamte Last der Verantwortung zu tragen hatte. Hinzu seien Anfeindungen getreten, die oftmals das Maß des Erträglichen überstiegen hätten.
Trotzdem habe man allen Grund, stolz zu sein auf das, was die konstruktiven Kräfte der Landsmannschaft in der vergangenen Amtsperiode zustande gebracht hätten.

Insbesondere betreffe das den Bereich der politischen Arbeit. Mit betonter Sachlichkeit sei es der Landsmannschaft gelungen, mit allen politisch Verantwortlichen in stetem Gedankenaustausch zu bleiben und von diesen als kompetente und verlässliche Verhandlungspartner angesehen zu werden. Damit habe man weitaus mehr erreichen können als mit lautstarken Parolen, die letztendlich wirkungslos verpufften und lediglich dem eigenen Aggressionsabbau dienten.
Als Höhepunkte bezeichnete Fetsch das Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel im Vorfeld der Bundestagswahlen 2009 und den Auftritt des damaligen Bundesinnenministers Dr. Wolfgang Schäuble beim 30. Bundestreffen der Landsmannschaft am 13. Juni 2009.

Weitere Erfolge ließen sich nicht zuletzt hinsichtlich des Ausbaus der Öffentlichkeitsarbeit, der verstärkten Beteiligung an grenzüberschreitenden Maßnahmen der Bundesregierung und der Reaktivierung der landsmannschaftlichen Jugendarbeit verbuchen. Hinzu komme die Kulturarbeit, die trotz magerer Jahre öffentlicher Förderung auf einem respektablen Niveau betrieben worden sei, und selbstverständlich die klassische Sozialberatung und -betreuung, die nach wie vor einen der Grundpfeiler der landsmannschaftlichen Aktivitäten bilde.
Bundesgeschäftsstelle auf Kurs
Von zahlreichen Zwischenrufen und anderen Störaktionen einiger weniger war der Bericht der Bundesgeschäftsstelle begleitet, den der Vorsitzende des Organisationsausschusses, Waldemar Axt, vortrug. Dass der stellvertretende Bundesvorsitzende schließlich den Anfeindungen Tribut zollen und nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gebracht werden musste, ist eines der traurigsten Kapitel in der Geschichte der Landsmannschaft!
In seinem Bericht hatte Axt vor allem seine Bemühungen und die seiner Mitstreiter geschildert, die Strategie der Landsmannschaft in den Bereichen Geschäftsführung und Finanzen zu ändern und sie den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen, die nicht zuletzt durch zurückgehende Mitgliederzahlen und damit sinkende Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen gekennzeichnet seien.
Als ersten Schritt habe man Sparmaßnahmen zur Optimierung des Haushaltes durchgeführt, die nach kritischen Entwicklungen in den beiden Jahren davor das landsmannschaftliche Schiff 2008 und 2009 wieder auf Kurs gebracht hätten. Als Beispiel führte er die Senkung der Druckkosten für „Volk auf dem Weg“ um satte 44 Prozent an.

Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, habe man in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Multiplikatorenschulungen unter dem Motto „Ehrenamt -attraktiver - effizienter - transparenter“ durchgeführt. Als weitere Maßnahmen erwähnte er unter anderem den Ausbau der Hauptamtlichkeit samt Intensivierung der Projektarbeit sowie das Erschließen zusätzlicher finanzieller Quellen.
Reaktivierung der Jugendarbeit
Über einen ausgesprochen positiven Aspekt der landsmannschaftlichen Arbeit in den vergangenen Jahren konnte die Berufene Jugendreferentin der Landsmannschaft, Dr. Ludmila Kopp, die seit dem 1. September 2009 auch als Bundesgeschäftsführerin in Teilzeit tätig ist, berichten: Nach der Reaktivierung des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland als Jugendorganisation der Landsmannschaft vor zwei Jahren hat sich dieser inzwischen in einem Bundesverband sowie einer ganzen Reihe von Landesverbänden, zuletzt für Rheinland-Pfalz und das Saarland, organisiert. Auf lokaler Ebene gehören dem Verein zusätzlich über 40 Jugendgruppen und Sportvereine an.
Adolf Fetsch Bundesvorsitzender in dritter Amtszeit
Abgeschlossen wurde der erste Tag mit den Neuwahlen des Bundesvorstandes und der verschiedenen landsmannschaftlichen Gremien.
Bei der Wahl zum Bundesvorsitzenden setzte sich Adolf Fetsch mit 82 zu 20 Stimmen deutlich gegen Dr. Arthur Bechert durch und geht damit gestärkt in seine dritte Amtszeit.
Bei der Wahl der übrigen Bundesvorstandsmitglieder konnte der stellvertretende Bundesvorsitzende des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland und Gründer einer neuen Ortsgruppe der Landsmannschaft in Nordrhein-Westfalen, Waldemar Weiz, als jüngster Bewerber überraschenderweise die meisten Stimmen (81) auf sich vereinen. Ebenfalls gewählt wurden Ewald Oster (80), Leontine Wacker (75), Dr. Alfred Eisfeld (74), Lilli Bischoff (73) und Rosa Emich (57).
Die übrigen Gremien wurden wie folgt besetzt:
Bundesprüfungskommission: Luise Breider, Ida Jobe, Edith Klein, Valentina Klingspon (Nachrückerin).
Bundesschiedskommission: Marta Braun, Andreas Maurer, Erika Neubauer, Waldemar Held (Nachrücker). Ehrenausschuss: Wilhelm Jaufmann, Ewald Walth, Alla Weber.
Entscheidung über Satzungsänderung verschoben
Nach der ökumenischen Morgenandacht, gehalten von Visitator Dr. Alexander Hoffmann (Seelsorgestelle für Deutsche aus der GUS), Eduard Lippert (Kirchliche Gemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Deutschen aus Russland) und Magdalena Merdian, zeigte sich am zweiten Tag rasch, dass die Zeit nicht ausreichte, um die angestrebte Entscheidung über eine Änderung der landsmannschaftlichen Satzung herbeizuführen. Es wurde daher beschlossen, die Entscheidung auf eine außerordentliche Bundesdelegiertenversammlung zu vertagen, die möglichst zeitnah durchgeführt werden soll.
VadW
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