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Bestandteil der gesamtdeutschen Geschichte
Zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft in Friedland

Bereits zum dritten Mal in Folge fand die zentrale Trauerfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland zum Gedenken an unsere Opfer der Verfolgung und Vertreibung nach dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjetunion vom 28. August 1941 „Über die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolga-Rayons leben“ auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland (Niedersächsisches Zentrum für Integration) statt.
Organisiert wurde die Feier ein weiteres Mal von den Aktiven der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft, deren Vorsitzende Lilli Bischoff in ihrer Begrüßungsansprache betonte, dass man für die Gedenkfeier kaum einen besseren Ort finden könne als Friedland, das bereits in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, vor allem aber nach dem rapiden Anstieg der Aussiedlerzahlen gegen Ende der achtziger Jahre eine überragende Rolle in der Heimkehrbewegung der Deutschen aus Russland gespielt habe und zum Symbol ihres ersehnten Neubeginns in der Heimat ihrer Vorfahren geworden sei.
Außerdem überbrachte sie den Teilnehmern der Feier die Grüße der Hessischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, die u.a. geschrieben hatte: „Die Hessische Landesregierung erkennt das schwere Leid an, das die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren mussten, und weiß um die Verantwortung ihnen gegenüber.“
Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, erinnerte in seiner Ansprache an das beispiellos schwere Schicksal der Deutschen aus Russland, die trotz ihrer längst erwiesenen Unschuld nach wie vor auf eine Rehabilitation seitens der Russischen Föderation als Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion warten.
Gleichzeitig bedauerte Fetsch, dass die Deutschen aus Russland inzwischen zwar rund 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland stellten, ihre Geschichte sowie ihre vorbildlichen kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen den meisten Einheimischen jedoch nur sehr unzureichend bekannt seien.
Nach weiteren Ansprachen des Beauftragten der Niedersächsischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Rudolf Götz, des Aussiedlerbeauftragten der SPD-Landtagsfraktion, Klaus-Peter Bachmann, des Bürgermeisters der Gemeinde Friedland, Andreas Friedrichs, und Fritz Oerke von der Friedlandhilfe würdigte der Minister für Inneres, Sport und Integration des Landes Niedersachsen, Uwe Schünemann, in seiner Festrede das tragische Schicksal der Deutschen in der Sowjetunion, das unabdingbarer Bestandteil der gesamtdeutschen Geschichte sei und verstärkt in das Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung gerückt werden müsse.
Dieses Schicksal müsse daher in angemessener Weise seinen Niederschlag finden in einem Museum zur Geschichte der Vertreibung, dessen Konzeption der Niedersächsische Landtag gerade erstelle. Der Minister befürwortete eine verstärkte Einbeziehung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und insbesondere ihres berufenen Kulturreferenten Dr. Alfred Eisfeld in die Planungen.
Im Anschluss an die Festrede trug die Vorsitzende der Ortsgruppe Espelkamp der Landsmannschaft, Magdalena Merdian, die Erinnerungen der 1925 in Balzer an der Wolga geborenen Zeitzeugin Emma Bayer vor, der es wie so vielen ihrer Generation erst nach Jahrzehnten voller Diskriminierungen vergönnt war, mit ihrer Familie eine echte Heimat in Deutschland zu finden.
Abgeschlossen wurde die gut besuchte Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen an der Friedlandglocke und am Mahnmal, bei denen der evangelische Lagerpastor Martin Steinberg und der Visitator für die katholischen Deutschen aus Russland und den anderen GUS-Staaten, Dr. Alexander Hoffmann, die Andachten hielten.
Den musikalischen Rahmen gestalteten die landsmannschaftlichen Chöre aus Hannover und Wolfsburg.
VadW |