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Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland - attraktiver - effizienter - transparenter
Workshop in Würzburg mit neuen Akzenten und neuen Methoden


Gruppenbild der Teilnehmer in den Strahlen der letzten Abendsonne.

Auf Initiative des landsmannschaftlichen Organisationsausschusses fand am 22. und 23. September im Würzburger Technikum-Hotel ein Workshop unter dem Leitmotiv “Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland - attraktiver - effizienter - transparenter” statt, der neue Akzente setzte und mit neuen Methoden aufwartete.

Moderiert vom Aussiedlerbeauftragten der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pastor Edgar L. Born, begann der Workshop jedoch ganz klassisch mit einer Begrüßungsansprache des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Adolf Fetsch. Zahlreiche Gespräche, so Fetsch, die er im Vorfeld des Workshops geführt habe, hätten ihn von der Notwendigkeit der Veranstaltung überzeugt. Das Ziel der Tagung, die Arbeit der Landsmannschaft attraktiver, effizienter und transparenter zu gestalten, werde man aber nur erreichen, wenn es gelinge, möglichst viele Mitstreiter ins Boot zu holen.


Bundesvorsitzender Adolf Fetsch (rechts) mit dem Moderator der Tagung,
Pastor Edgar L. Born.

“Als oberstes Ziel sollten wir uns setzen,” erklärte der Bundesvorsitzende weiter, “den Bekanntheitsgrad und damit den Einfluss der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ganz erheblich zu steigern – sowohl unter der einheimischen Bevölkerung als auch unter unseren Landsleuten selbst.

Es sollte zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Vertreter der Landsmannschaft mit am Tisch sitzen, wenn auf politischer und behördlicher Ebene über Deutsche aus Russland verhandelt und entschieden wird. Und wenn in den Medien das Thema Spätaussiedler behandelt wird, sollten wir die ersten Ansprechpartner sein.”
Wortlaut der Rede



Die Vorarbeit

Die Ergebnisse der Vorarbeit hatte Hans Kampen als Vertreter des Organisationsausschusses in einem Power-Point-Vortrag zusammengefasst, der den 28 Teilnehmern des Workshops knapp zwei Wochen zuvor in komprimierter Form zugeschickt worden war. An den intensiven Diskussionen des Organisationsausschusses hatten sich über Monate hinweg folgenden Mitglieder der Landsmannschaft beteiligt: Leontine Wacker, Waldemar Axt und Dr. Andreas Keller vom Bundesvorstand, der frühere stellvertretende Bundesvorsitzende Waldemar Neumann, die Vorsitzenden der Ortsgruppen Augsburg und Regensburg, Juri Heiser und Waldemar Eisenbraun, sowie Dr. Ludmilla Kopp und Hans Kampen als hauptamtliche Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle.

Ausgehend von der negativen Entwicklung der Mitgliederzahlen der Landsmannschaft in den letzten Jahren, ging das Referat zunächst auf äußere und innere Ursachen für diese Entwicklung ein, um dann konkrete Ansatzpunkte zu umreißen, mit deren Hilfe dieser Trend gestoppt werden könnte.

Diese Punkte betrafen sowohl die Inhalte und Strukturen der landsmannschaftlichen Arbeit als auch Methoden und Spielregeln der Zusammenarbeit sowie konkrete Werbemaßnahmen.

Die Arbeitsweise

Im Anschluss daran erläuterte Pastor Born die Arbeitsweise des Workshops, die für den einen oder anderen vielleicht etwas ungewohnt war, sich inzwischen aber bei vielen Seminaren durchgesetzt hat. Demnach sollte im weiteren Verlauf der Tagung eine Konferenzmethode angewendet werden, die weniger auf Vorträge einzelner Referenten setzt als vielmehr auf die Dynamik der Selbstorganisation, der Mitverantwortung, des Engagements und der Solidarität der Teilnehmer.

Konkret bedeutete das unter anderem, dass jedem Teilnehmer die Gelegenheit gegeben wurde vorzutragen, was ihm besonders unter den Nägeln brennt. Sämtliche Anregungen wurden schriftlich erfasst und dienten als Grundlage für die Bildung von fünf Arbeitsgruppen, die in den restlichen Nachmittagsstunden des ersten Workshop-Tages Anregungen, Vereinbarungen und Ergebnisse zu ihrem Themenbereich erarbeiteten, die sie am nächsten Tag dem Plenum vortrugen.

Methoden des Workshops

Leitlinien des Workshops

 

Die Arbeitsgruppen

Folgende Themen wurden in den Arbeitsgruppen behandelt und werden in nächsten Wochen weiter ausgeführt:

I. Jugendarbeit / Nachwuchs
(Waldemar Eisenbraun, Ludmilla Holzwarth, Theodor Thyssen, Paul Listau, Olga Knaub, Erna Pacer):

Fazit:

Als eines der Ergebnisse der Arbeit sei die Notwendigkeit erwähnt, bei der landsmannschaftlichen Jugendarbeit bewusst zwischen unterschiedlichen Gruppen von Jugendlichen zu unterscheiden. So habe man es auf der einen Seite mit Jugendlichen zu tun, die der Hilfe bedürften und die man nur mit Unterstützung von Experten betreuen könne, während es auf der anderen Seite Jugendliche gebe, die hervorragend integriert seien und als Vorbild für andere dienen könnten.
Stichpunkte:

•  Bestandsaufnahme des in der einschlägigen Jugendarbeit bereits Vorhandenen
•  zielgruppenorientierte Präsentation der Jugendarbeit
•  differenziertes Vorgehen
•  Schaffen von Anreizen für ehrenamtliches Engagement
•  aktive Starthilfe
•  Tandemprinzip – Zusammenarbeit einheimischer und russlanddeutscher Fachleute
•  Zusammenarbeit mit Parallelverbänden

II. Politik und Landsmannschaft
(Sergej Köhler, Alla Weber, Valentina Ruppert, Rosa Emich):

Fazit:

Die Teilnehmer der Gruppe hatten den gegenwärtigen Zustand der politischen Arbeit der Landsmannschaft mit dem verglichen, was ihrer Meinung nach anzustreben wäre. Insbesondere wurde die Bildung eines politischen Ausschusses genannt, in dem Vertreter aller Richtungen vertreten sind.
Stichpunkte:

•  Aufbau eines politischen Ausschusses
•  Öffentlichkeitsarbeit in den allgemeinen Medien, im Internet und in Volk auf dem Weg
•  politische Beteiligung auf allen Ebenen

III. Öffentlichkeitsarbeit
(Lilli Hartfelder, Josef Schleicher, Frieda Dercho, Nina Paulsen, Hans Kampen, Rita Heidebrecht, Juri Heiser):

Fazit:

Bei der Behandlung sämtlicher Aspekte stieß die Gruppe immer wieder auf die Schwierigkeit, die eigentliche Zielgruppe landsmannschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit korrekt zu benennen. Als konkrete Aktion für die unmittelbare Zukunft wurde die Schaffung eines russlanddeutschen Integrationspreises der Landsmannschaft vorgeschlagen.
Stichpunkte:

•  „Volk auf dem Weg“ in den freien Verkauf (abgespeckte Variante)
•  Nützen zusätzlicher Publikationsmöglichkeiten
•  Schaffung eines russlanddeutschen Integrationspreises („Katharinenpreis“)
•  Umstrukturierung bzw. Umbenennung der Landsmannschaft („Dachverband der Deutschen aus Russland“)
•  Weg vom Negativen – hin zum Positiven!
•  Weg vom Passiven – hin zum Offensiven!
•  Schaffung positive Symbole und Einrichtungen (Bundesgeschäftsstelle als Haus der Russlanddeutschen, Archiv, Museum usw.)

IV. Verbesserung der Verbandsorganisation / Finanzlage
(Waldemar Axt, Ira Geier, Johann Anselm, Viktor Sieben):

Unmittelbar zu Realisierendes:

Als sehr einfach zu realisierende Maßnahme schlug die Gruppe eine Verbesserung des Informationsaustausches zwischen den einzelnen landsmannschaftlichen Gliederungen vor.
Stichpunkte:

•  praxisorientierte Schulung der landsmannschaftlichen Mitarbeiter (Tätigkeitsbericht, wirtschaftlicher Geschäftsbericht usw.)
•  Informationsaustausch über zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten (Veranstaltungen, interkulturelle Märkte, Werbemaßnahmen, kommunale Zuwendungen für Kultur- und Jugendarbeit, Kulturstiftungen, BdV, SOS-Kinderdörfer, Friedlandhilfe, DJO)

V. Arbeitsklima in den Vorständen / Kommunikation
(Lilli Bischoff, Waldemar Neumann, Johann Engbrecht, Magdalena Merdian, Dr. Ludmila Kopp):

Fazit:

Oft fehle es, so Johann Engbrecht in seinem Gruppenbericht, an Harmonie innerhalb der Vorstände. Grundsätzlich gelte für jede landsmannschaftliche Arbeit, dass persönliche Interessen nicht über denen der Landsmannschaft stehen dürften. Auf jeden Fall müsse das Problem gelöst werden, geeignete Personen für die Vorstandsarbeit der Ortsgruppen zu finden.
Stichpunkte:

•  Kommunikation zwischen Ehrenamtlichen und Bundesgeschäftsstelle krankt
•  persönliche Interessen dürfen nicht über landsmannschaftlichen stehen
•  fehlende Harmonie unter den Vorstandsmitgliedern – kann ein Supervisor helfen?
•  Notwendigkeit eines Kommunikationstrainings für Vorstandsmitglieder
•  Schwierigkeit, verantwortliche Personen für die Ortsgruppenvorstände zu finden
•  Nutzen von Möglichkeiten, Ehrenamtliche mit Aufmerksamkeiten zu motivieren
•  Probleme müssen offen besprochen und aufgearbeitet werden


Konzentrierte Gruppenarbeit in freundschaftlicher Atmosphäre.

 

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