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Fest für Nachbarn -
Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland stellte sich mit Projekten vor

„Es sollte ein Fest für Nachbarn werden. Und das ist uns wunderbar gelungen“, sagt Olga Ebert, Vorsitzende der Ortsgruppe der Landsmannschaft
und Leiterin des Projektes „Gemeinsam mit neuen Bürgern für Vertrauen und Solidarität in Halle“,
gefördert durch das Bundesministerium des Innern.
Der Platz vor den Räumlichkeiten der Landsmannschaft Am Treff 1 war ab 14 Uhr für über vier Stunden ein willkommener Anziehungspunkt.
Wer gute Laune tanken und seine Nachbarn besser kennen lernen wollte, war hier genau richtig.
Nicht nur die Mitglieder der Landsmannschaft und Projekthelfer, sondern auch Gäste aus anderen Vereinen,
Freunde und Nachbarn aus allen Altersgruppen (der älteste Gast zählte stolze 92!), verschiedener Nationalitäten und Konfessionen waren mit dabei.
Den meisten Spaß hatten die Kinder. Für sie gab es ein vielfältiges Programm mit Bewegungsspielen aus den
Herkunftsländern der Zuwanderer im Rahmen des Bundesjugendprojektes „Open-Play- Aktion Integration“ (Leiterin Dr. Ludmila Kopp),
gefördert durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Der Landessportbund rückte mit Hüpfburg,
Kletterseil und Schusstorwand an. Drei Sportvereine begeisterten das Publikum mit atemberaubenden Kunststücken:
der Kindersportverein SC Turid e.V., der Kampfsportverein „Schorai-Do Kempo Ryu" e.V. und der Kampfsportverein UNIKAS e.V. Das Tabea-Kinder-Sport-Haus leistete große Hilfe bei der Moderation, stellte Matten für Auftritte und ehrenamtliche Helfer zur Verfügung. Der DRK-Kreisverband Halle-Saalkreis-Mansfelder Land e.V. war mit einem Infostand vertreten und vergab kleine Preise für das Glücksrad. Und das Kulturzentrum Slavia e.V. organisierte eine Schminkstraße für Kinder: Dutzende junge Gäste ließen sich den Spaß, mal in eine andere Rolle zu schlüpfen, nicht entgehen. Mehrere Anziehungspunkte boten für Jung und Alt die Projektaktivitäten. Seit September 2006 gibt es in Halle (Saale) das Projekt der Landsmannschaft „Gemeinsam mit neuen Bürgern für Vertrauen und Solidarität in Halle“, geleitet von Olga Ebert. Mit Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter werden Eingliederungsmaßnahmen und spezifische Angebote (Orientierungs-, Betreuungs- und Hilfemaßnahmen) für Zuwanderer aller Altersgruppen zusammen mit den einheimischen Mitbürgern umgesetzt. Die Angebote reichen
von Musikunterricht für Sechs- bis Neunjährige, Nachhilfeunterricht für Grundschüler und Bastelstunde für einheimische Kinder und
zugewanderte Kinder über Jugendtreff und PC-Kurs für Kinder und Jugendliche bis zu Angeboten für Erwachsene mit Diskussionsrunden, Floristikkurs,
Aerobikgruppe, Frauentreff und Gartenclub. Und so präsentierte sich das Projekt auch in seiner ganzen Vielfältigkeit - von dem Floristikkurs mit
bewundernswerten Kreationen, über den Gartenclub mit einer kleinen Kräuterpräsentation bis zur offenen Schule mit dem kreativen Deutschunterricht.
Ein Kulturprogramm mit der Gesangsgruppe der Landsmannschaft, die mit flotter Musik und deutschen Volksliedern eine schwungvolle Atmosphäre schuf,
gehörte ebenfalls zum Sommerfest. Auch der Regen, der nach 18 Uhr ansetzte, konnte die Sangeslust der Sänger nicht bremsen. Wozu gibt es schließlich
Regenschirme!
Begeistert waren die Gäste auch vom Kuchenbasar mit russlanddeutschen und russischen Spezialitäten – die beste Gelegenheit sich näher zu kommen,
Rezepte auszutauschen, Vertrauen aufzubauen und festzustellen, dass es unter den Nachbarn – Einheimischen
und Zugewanderten - mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.
„Jetzt wissen wir, wer sie sind und was sie machen“, so die Resonanz noch mehrere Tage nach dem Fest.
„Dies war auch das Ziel der Veranstaltung: Den Mitbürgern zeigen, dass wir offen für Kontakte sind,
dass wir uns nicht abkapseln und dass wir gern Nachbarn sind“, so Olga Ebert. Zum Schluss durften die
zahlreichen Gäste und Teilnehmer auch Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für
Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der als Ehrengast eingeladen war, begrüßen.
Auch er zeigte sich in seiner kurzen Ansprache über die Aktivitäten der Landsmannschaft in Halle (Saale) beeindruckt.
„Ich bekomme immer noch Anrufe von den einheimischen Deutschen, die ihre Begeisterung aussprechen“, erzählt die Projektleiterin.
„Auch für meine Landsleute war es ein Schritt nach vorne. Zum ersten Mal fühlten sich die
Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion als Gastgeber, sonst sind sie meist Gäste und die Fremden.
Für einige Stunden war das Gefühl, zugewandert zu sein und nicht dazu zu gehören, einfach weg.“
Dutzende Mitglieder des Vereins und Projekthelfer legten sich mächtig ins Zeug, damit das Sommerfest ein Erfolg wird.
Kontakt:
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
Ortsgruppe Halle
Am Treff 1, 06124 Halle / Saale
Telefon: 0345-1 35 46 76; E-Mail : olga.ebert@web.de
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