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Presseerklärung

Deutsche aus Russland hervorragend integriert

Ergebnisse einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung
bestätigen Einschätzungen der Landsmannschaft.

Am 26. Januar wurde die Studie “Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der Integration in Deutschland” des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung vorgestellt, die für einiges Aufsehen in der Öffentlichkeit sorgten und aufgrund der schlechten Ergebnisse einiger Zuwanderergruppen eine kontrovers geführte Diskussion über die Migrationspolitik der Bundesrepublik auslöste. Sehr gut haben hingegen die Aussiedler abgeschnitten, die gemeinsam mit den Migranten aus den EU-Ländern (ohne Südeuropäer) den Spitzenplatz in puncto Integrationsbereitschaft einnehmen. Laut Studie haben sie weniger Probleme auf dem Arbeitsmarkt und vermischen sich stark mit der einheimischen Bevölkerung. Die weitaus größten Integrationsprobleme haben Migranten aus der Türkei.

Die Landsmannschaft ist sehr froh darüber, dass durch die Studie ihre Einschätzung bestätigt wurde, wonach die Integration der Aussiedler im Allgemeinen und der Deutschen aus Russland im Besonderen als Erfolgsgeschichte zu betrachten ist. Und sie darf ohne Frage stolz darauf sein, mit ihrer jahrzehntelangen beharrlichen Arbeit einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Erfolgsgeschichte geleistet zu haben.

Nachstehend die Ausführungen der Studie zum Stand der Integration von Aussiedlern aus dem Osten und Südosten Europas, die unter dem Titel “Auf dem Weg zur Normalität” zusammengefasst wurden. Im Internet kann die gesamte Studie unter folgender Adresse heruntergeladen werden:

http://www.berlin-institut.org/studien/ungenutzte-potenziale.html

Den Aussiedlern, insbesondere den jungen Menschen unter ihnen, wird häufig nachgesagt, sie würden sich nur schlecht in Deutschland integrieren. Dies lässt sich nach dem IMI* nicht bestätigen. Die größte aller Herkunftsgruppen schneidet im Integrationsvergleich gut ab.

Zurückzuführen ist dies vor allem darauf, dass die hier Geborenen im Vergleich zu den Zugewanderten deutlich besser integriert sind. So haben in der ersten Generation nur 17 Prozent aller Verheirateten einen einheimischen Ehepartner. Damit liegt der Anteil immer noch hoch, denn viele Aussiedler sind im Familienverband eingewandert. In der zweiten Generation vervierfachen sich die Ehen mit einheimischen Deutschen jedoch auf 67 Prozent – das ist fast so häufig wie bei den in Deutschland geborenen Migranten aus den weiteren Ländern der EU-25.

Auch in Sachen Bildung stehen die Aussiedler gut da. Ganz ohne Bildungsabschluss sind nur 3,3 Prozent. Von der ersten zur zweiten Generation der Aussiedler steigt der Anteil der Abiturienten stark an. Dabei besuchen mehr Mädchen als Jungen das Gymnasium, und Frauen schließen die Schule auch häufiger mit Abitur ab als Männer. Außerdem stellen sie anteilig genauso viele Akademiker wie die Männer ihrer Herkunftsgruppe. In den meisten anderen Gruppen und bei den Einheimischen dominieren dagegen die Männer unter den hoch Gebildeten.

Wie bei der Bildung schneiden die Aussiedler auch auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen Herkunftsgruppen besser ab, jedoch nie besser als die Einheimischen. Wie bei den Einheimischen liegt die Hausfrauenquote bei nur knapp 20 Prozent. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass es in den meisten Herkunftsländern der Aussiedler üblich ist, dass Frauen berufstätig sind. Dabei ist etwa ein Fünftel aller erwerbstätigen Aussiedlerinnen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Insgesamt arbeiten dort 14 Prozent der Aussiedler – mehr als in den anderen Migrantengruppen. Ein Grund für diesen Erfolg ist mit Sicherheit die schnelle rechtliche Gleichstellung.

Schlechter ist es um die Selbstständigenquote der erwerbstätigen Aussiedler bestellt. Sie liegt mit fünf Prozent am untersten Ende der Skala und steigt auch in der zweiten Generation kaum an. Womöglich liegt die Ursache ebenfalls in den Erfahrungen aus den Herkunftsländern, in denen es die Existenzform des freien Unternehmers kaum gab. Auch sind mit knapp acht Prozent anteilig nur halb so viele Aussiedler in einem Vertrauensberuf tätig wie unter den Einheimischen. Hier besteht noch deutlicher Nachholbedarf.

Vor dem Hintergrund der insgesamt positiven Leistungen auf dem Arbeitsmarkt fällt der Anteil der von öffentlichen Leistungen Abhängigen unter den Aussiedlern mit 13 Prozent relativ hoch aus. Das liegt vermutlich daran, dass unter den Aussiedlern viele Menschen mittleren Alters eingewandert sind, die nur schwer Anschluss auf dem Arbeitsmarkt finden. Bei den in Deutschland Geborenen halbiert sich der Anteil der von öffentlichen Leistungen Abhängigen. Er fällt sogar geringer aus als bei den Einheimischen.

* * IMI: Grundlage für die Beurteilung der Integrationsbereitschaft verschiedener Migrantengruppen war der “Index zur Messung von Integration” anhand von 20 Indikatoren:

- Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft
- Bikulturelle Ehen
- Personen ohne Bildungsabschluss
- Schüler der gymnasialen Oberstufe
- Personen mit (Fach-)Hochschulreife
- Akademiker
- Erwerbslosenquote
- Erwerbspersonen
- Jugenderwerbslosenquote
- Hausfrauenquote
- Selbstständige
- Beschäftigte im öffentlichen Dienst
- Vertrauensberufe
- Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen
- Individualeinkommen
- Dynamik Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft
- Dynamik bikultureller Ehen
- Dynamik Personen mit (Fach-)Hochschulreife
- Dynamik Erwerbslosenquote
- Dynamik Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen

(“Dynamik” bedeutet jeweils die Entwicklung innerhalb eines Indikators im Generationenvergleich.)

 

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