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Presseerklärung
Pressekonferenz im Hessischen Landtag an 8. Mai 2007 zum Bundestreffen in Wiesbaden – Erklärung der Landsmannschaft (Mai 2007)
Unter dem Motto „Chancen schaffen – Chancen nutzen“ findet am 26. Mai 2007 von 8 bis 24 Uhr in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen das 29. Bundestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland statt. Die Schirmherrschaft hat der Hessische Ministerpräsident Roland Koch übernommen.
Die Landsmannschaft veranstaltet damit bereits zum 17. Mal ihr Bundestreffen in der Hauptstadt des Landes Hessen, das in der Auswanderungsgeschichte von Deutschen nach Russland eine besondere Rolle gespielt hat und sich gegenwärtig durch eine vorbildliche Aussiedlerpolitik auszeichnet.
Die Festreden im Rahmen der Feierstunde halten die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger und der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Christoph Bergner . Grußworte werden von Vertretern der Russlanddeutschen in der GUS und den USA sowie vom designierten Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, Dr. Helmut Müller , und dem Integrationsbeauftragten der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen , überbracht. Für die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland spricht ihr Bundesvorsitzender Adolf Fetsch .
In ihrem Motto des Bundestreffens „Chancen schaffen – Chancen nutzen“ hat die Landsmannschaft die beiden Grundprinzipien einer Erfolg versprechenden Integrationsarbeit für Deutsche aus Russland zusammengefasst:
„Chancen schaffen“ als Aufforderung an die Öffentlichkeit und die politisch Verantwortlichen in Deutschland, den Spätaussiedlern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion den Weg in diese Gesellschaft zu ebnen;
„Chancen nutzen“ als Appell an die Deutschen aus Russland, sich verstärkt in hiesige Vereine und Organisationen einzubringen und selbstbewusster die Möglichkeiten wahrzunehmen, die ihnen ein freies und demokratisches Land wie die Bundesrepublik zu bieten hat.
Mit deutlichen Worten werden die Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland auf Schwachstellen bei der Integration hinweisen und unangenehme Fragen stellen.
So werden sie beispielsweise fragen, weshalb es im Jahr 2006 zu einem dramatischen Rückgang der Spätaussiedlerzahlen auf 7.747 gekommen ist. Bei aller Anerkennung der Bleibehilfen der Bundesregierung für die deutsche Minderheit in den Ländern der GUS sieht die Landsmannschaft den Hauptgrund dieser Entwicklung in der Überbetonung deutscher Sprachkenntnisse im Spätaussiedleraufnahmeverfahren infolge der Bestimmungen des am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetzes. Diese Überbetonung ist umso bedauerlicher, als die Landsmannschaft immer wieder betont hat, dass der Verlust der deutschen Sprache ein wesentlicher Teil des kollektiven Kriegsfolgenschicksals ist, das alle maßgeblichen Parteien des Deutschen Bundestages der Volksgruppe nach wie vor zuerkennen.
Sie werden fragen, weshalb sich in bestimmten Medien eine einseitige und negative Berichte Reden Interviewsrstattung über Deutsche aus Russland breit machen konnte, die nur mit dem Wort „Aussiedlerfeindlichkeit“ zu beschrieben ist. Mit Bedauern musste die Landsmannschaft zur Kenntnis nehmen, dass der öffentliche Protest gegen diese Berichte Reden Interviews ausgeblieben ist und nur sehr selten darauf verwiesen wird, dass die Integration der Deutschen aus Russland in ihrer Gesamtheit als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann.
Sie werden fragen, weshalb trotz zunehmender Klagen der Wirtschaft über einen Mangel an Fachkräften hoch qualifizierte russlanddeutsche Arbeitskräfte und Akademiker mit oftmals kaum zu überwindenden Hindernissen auf dem Weg der beruflichen Eingliederung zu rechnen haben.
Sie werden eine höchst fragwürdige Studie der Bundesanstalt für Arbeit zur Sprache bringen, die aufgrund inhaltlicher und methodischer Mängel den Eindruck vermittelt, Spätaussiedler seien in weit überdurchschnittlichem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen. Außerdem werden sie diesem falschen Eindruck mit offiziellen Untersuchungen begegnen, aus denen hervorgeht, dass von Spätaussiedlern als kritischer Gruppe keine Rede sein kann, insbesondere was die zweite und dritte Generation nach der Einreise angeht.
Und sie werden schließlich fragen, weshalb immer noch eher über Deutsche aus Russland als mit ihnen gesprochen wird.
Vor allem aber werden die Vertreter der Landsmannschaft im Rahmen ihres Bundestreffens darauf verweisen, dass Deutsche aus Russland einen Gewinn für die Bundesrepublik Deutschland darstellen,
weil mit ihnen junge, kinderreiche und arbeitsame Menschen in eine Gesellschaft kommen, die sich zunehmend der Gefahr einer Überalterung gegenüber sieht
und weil sie sich mit ihren Fähigkeiten und ihrer Leistungsbereitschaft ganz gewiss nicht zu verstecken brauchen.
Bei aller Kritik wird die Landsmannschaft jedoch nicht vergessen, dankbar zu erwähnen, dass dank des Entgegenkommens der jeweiligen Bundesregierungen und ihrer eigenen Bemühungen inzwischen rund 2,7 Millionen Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion Aufnahme in der Bundesrepublik gefunden haben, davon etwa 200.000 in Hessen.
Auszüge aus dem Programm des Bundestreffens
(Einlass ab 8 Uhr, Ende gegen 24 Uhr)
Feierstunde (11-13.30 Uhr)
Heimatabend mit russlanddeutschen Künstlern (16-18.30 Uhr)
Gemeinsamer Gottesdienst ( Protestanten, Katholiken, Mennoniten, Baptisten, 9-10 Uhr)
Pressekonferenz (9.30-10.30 Uhr)
Treffpunkte der Siedlungsgebiete (8-24 Uhr)
Präsentationen zur Geschichte und Gegenwart der landsmannschaftlichen Arbeit (Orts- und Landesgruppen, Sozial-, Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit, Migrationserstberatung, Wanderausstellung, Projekte, Publikationen, 9-20 Uhr)
Präsentationen befreundeter Organisationen (9-20 Uhr)
Historikerforum (14-18 Uhr)
Ausstellung russlanddeutscher Künstler (9-20 Uhr)
Jugendtreff (12-24 Uhr)
Lesungen russlanddeutscher Autoren (13.30-19.30 Uhr)
Unterhaltungsmusik und Tanz (14-16 Uhr, 18-22 Uhr)
Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
Raitelsbergstraße 49 * 70188 Stuttgart Telefon (0711) 16 65 90 * Telefax (0711) 2 86 44 13 E-Mail: Lmdr-ev@t-online.de * www.deutscheausrussland.de
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