|

Presseerklärung
“Chancen schaffen - Chancen nutzen!” - unser Motto für der 29. Bundestreffen der Landsmannschaft am 26. Mai 2007 in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen
Für ihr 29. Bundestreffen, das am 26. Mai in den Rhein-Main-Hallen der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden stattfindet, hat die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland das Motto “Chancen schaffen - Chancen nutzen!” ausgewählt.
Unter diesem Leitgedanken hat die Landsmannschaft ihre Arbeit für Deutsche aus Russland zusammengefasst. Nicht zuletzt betrifft das ihren Einsatz für ein Ansteigen der Spätaussiedlerzahlen, die infolge des am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetzes im vergangenen Jahr mit 7.747 auf den weitaus niedrigsten Stand seit beinahe 20 Jahren gesunken sind.
Mehr als alles andere hat nach Auffassung der Landsmannschaft die Sprachprüfung zu diesem drastischen Rückgang geführt, wobei wir auch künftig betonen werden, dass der Verlust der deutschen Sprache ein wesentlicher Teil des kollektiven Kriegsfolgenschicksals ist, das alle maßgeblichen Parteien des Deutschen Bundestages der Volksgruppe nach wie vor attestieren.
In diesem Zusammenhang werden wir auch darauf hinweisen, dass uns der nach wie vor nicht geregelte Zuzug von Ehegatten und Abkömmlingen von Spätaussiedlern große Sorgen bereitet, insbesondere was die zu befürchtende Zunahme von Familientrennungen betrifft.
Sehr differenziert werden unsere Vorschläge zur Verbesserung der Arbeit für die Deutschen aus Russland sein, die wir beim 29. Bundestreffen der breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, und seine beiden Stellvertreter Adolf Braun und Waldemar Axt konnten diese Vorschläge im Übrigen bereits am 26. Februar 2007 im Rahmen des Arbeitskreises „Integration der Aussiedler“ der Bundesregierung einem kleineren Kreis von Fachleuten vorstellen.
Um die Voraussetzungen der Integrationsarbeit zu verbessern, befürworten wir vor allem die Benennung von Aussiedlerbeauftragten in den einzelnen Bundesländern, gerade auch in den neuen Bundesländern, wo sich die Probleme, denen sich unsere Landsleute in den ersten Jahren nach ihrer Einreise gegenüber sehen, aus bekannten Gründen gravierender auswirken als im Westen der Bundesrepublik.
Ergänzt werden sollte diese Institution durch hauptamtlich tätige Deutsche aus Russland, die in den Bundesländern als Schaltstellen zwischen den Bedürfnissen ihrer Landsleute und öffentlichen Ämtern und Behörden fungieren sollten.
Um einen Weg aus den Schwierigkeiten zu finden, in die unsere Beratungs- und Betreuungsarbeit nach den Mittelkürzungen in diesem Bereich geraten ist, wären in erster Linie die drei folgenden staatlichen Maßnahmen nötig:
- Ausweitung der finanziellen und institutionellen Unterstützung.
- Verstärkte Anerkennung der speziellen Qualifikationen der landsmannschaftlichen Mitarbeiter, die zwar nicht dem gewünschten Anforderungsprofil entsprechen, sich in der Praxis aber als sehr nützlich erwiesen haben.
- Übernahme der von unseren Mitarbeitern in der Praxis gewonnenen Formen und Inhalte einer sinnvollen Integrationsarbeit.
Wir werden außerdem betonen, dass für die Landsmannschaft die Kulturarbeit und insbesondere die kulturelle Breitenarbeit ein unverzichtbarer Bestandteil der Integrationsarbeit für und mit Spätaussiedlern ist. Eine Förderung dieses Bereiches trägt zudem in ganz erheblicher Weise zur Steigerung der Akzeptanz unserer Landsleute durch die einheimische Bevölkerung bei - durch die Darstellung ihres kulturellen, sozialen und politischen Hintergrundes ebenso wie durch die Präsentation ihres kulturellen Erbes, das sie über all die schicksalsschweren Jahre bewahrt und mit nach Deutschland gebracht haben.
Stellvertretend für eine Reihe konkreter Vorschläge im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit seien zwei genannt, die wir im Rahmen des Bundestreffens ausführlichen behandeln werden:
- Unmittelbare Reaktionen von politisch Verantwortlichen auf unhaltbare Äußerungen über Spätaussiedler. Es darf nicht sein, dass – aus welchen Gründen auch immer – das Thema “Spätaussiedler” tabuisiert oder aber tendenziöser Berichte Reden Interviewsrstattung überlassen wird.
- Behandlung des Themas „Russlanddeutsche/Deutsche aus Russland“ als selbstverständlicher Bestandteil des Lehrplans deutscher Schulen.
Schließlich werden wir uns zu Möglichkeiten der Förderung der sozialen und kulturellen Belange sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen der Deutschen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion äußern. Diese Aufgabe gewinnt immer mehr an Bedeutung, es müssen jedoch unter Berücksichtigung der aktuellen Situation neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden.
Feierstunde, Heimatabend und viel mehr
Gegenwärtig sind die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Landsmannschaft selbstverständlich noch mitten in den Vorbereitungen zum Bundestreffen, so dass wir Ihnen vorläufig nur einen groben Überblick über das Programm geben können, das Sie in Wiesbaden erwartet.
Traditioneller Höhepunkt ist die Feierstunde , bei der außer der bereits in der letzten Ausgabe vorgestellten hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Christoph Bergner, und Bundesvorsitzender Adolf Fetsch Festreden halten werden. Würdiger Abschluss der Feierstunde wird die Ehrung der Toten unserer Volksgruppe sein, die zu Opfern der Verfolgung in einem Unrechtsstaat wurden.
Als zweiter Höhepunkt steht wie immer der Heimatabend auf dem Programm. der den Besuchern eine breite Palette unserer musikalischen und darstellerischen Begabungen vorführen wird.
Für viele werden der “heimliche” Höhepunkt aber auch diesmal die Begegnungen mit Freunden und Nachbarn von früher an den Tischen der Siedlungsgebiete sein, bei denen die Zeit wie im Flug vergehen wird.
Breiten Raum werden verschiedene Ausstellungen einnehmen, die unsere Mitarbeiter vorbereiten und betreuen:
Die Wanderausstellung “Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland” wird ergänzt durch eine weitergehende Dokumentation zur Geschichte der Volksgruppe. Unter dem Titel “Die Landsmannschaft präsentiert sich” informieren Tafeln über die Geschichte und Gegenwart des Vereins; dabei werden auch unsere Landes-, Orts- und Kreisgruppen sowie die im Bundesgebiet laufenden Integrationsprojekte die Möglichkeit haben, sich den Besuchern vorzustellen. Hinzu kommen Ausstellungen mit Werken russlanddeutscher Künstler sowie Tische, an denen Bücher der Landsmannschaft und anderer Verlage zum Verkauf angeboten werden.
|