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Projektbeschreibung
„ServuS“ - Service und Selbsthilfe für Migrantenselbstorganisationen und Jugendgruppen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion
Ein ressourcenorientiertes Projekt zur Stärkung der Selbstorganisation und gesellschaftlicher Teilhabe von jugendlichen Zuwanderern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion
In den letzten Jahren sind in allen Bundesländern Vereinigungen von Zuwanderern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion entstanden, die überwiegend auf kommunaler Ebene tätig sind und sich inhaltlich in Standartangeboten wie Sport-, Freizeit- und kulturell-musische Beschäftigung profilieren. Geleitet werden sie oft von Personen, die aus den Herkunftsländern Hochschulabschüsse und langjährige Berufserfahrungen in pädagogischen, kulturellen und sozialen Bereichen mitgebracht haben. Die Tätigkeit der MSO erreicht in der Regel die ganze Zuwandererfamilie, wobei die Angebote für Kinder- und Jugendliche fast bei allen Aussiedler- oder Migrantenvereinen im Mittelpunkt stehen. Vielerorts sind die Migrantenselbstorganisationen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zum bedeutenden sozialen Faktor in ihrem Wohnumfeld geworden. Durch ihre mentale Nähe zur Zielgruppe, ihre zielgruppenorientierten Angebote und vertrauten Arbeitsformen entwickeln sie sich zu den beliebten Anlaufstellen und sind imstande, gezielte und konkrete Integrationshilfen zu leisten.
Gleichzeitig weisen die MSO Defizite auf, die ihre Rolle als Akteure im Integrationsprozess schwächen, darunter fehlende Kenntnisse im Bereich Vereins- und Projektmanagement, wenig offene Angebote für gemeinsame Aktivitäten von Zuwanderern und Einheimischen, mangelnde Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, sprachliche Defizite, wenig Kooperation miteinander und den bestehenden Netzwerken. Außerdem: Die mangelnde Selbständigkeit der Jugendlichen in der Gestaltung ihrer Jugendarbeit in vielen MSO widerspricht dem in der deutschen Gesellschaft etablierten Verständnis der Jugendarbeit und den Anforderungen des Gesetzgebers an die Jugendvereinsarbeit.
An diesen Stärken, aber auch Defiziten, setzt das bundesweite Projekt der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. „ServuS“ - Service und Selbsthilfe für Migrantenselbstorganisationen und Jugendgruppen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion an. In Kooperation mit etablierten Verbänden und Netzwerken will das Projekt e ine ressourcenorientierte und systematische Projektarbeit erreiche und zur Professionalisierung der MSO sowie Anpassung ihrer Angebote an gesellschaftliche Normen und Erwartungen beitragen. Das Projekt will Brücken zwischen den MSO und etablierten Verbänden bauen und zugewanderte Jugendliche in die Regelangebote vermitteln. Durch die Angebote des Projektes sollen weiterhin die Sprach- und multikulturellen Kompetenzen der jugendlichen Zuwanderer in die internationale Jugendarbeit gebracht werden, die für sie gleichzeitig einen integrativen Effekt haben kann. Zielgruppen der Projektangebote sind: Selbstorganisationen und Jugendgruppen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, Jugendleiter von Migrantenselbstorganisationen (MSO) und Gliederungen der Landsmannschaft, gut integrierte Jugendliche mit Zuwanderergeschichte, die als Integrationslotsen oder Jugendleiter für Neuzugewanderte tätig sein können, neuzugewanderte Jugendliche, die Orientierungshilfe suchen und sich ehrenamtlich engagieren wollen. Das Projekt läuft vom 01.09.2009 bis zum 31.08.2012 und wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugendliche gefördert.
Projektziele:
- Gewinnung von Ehrenamtlichen mit und ohne Migrationshintergrund für die Mitwirkung am Projekt;
- Stärkung des Potentials der MSO und Jugendgruppen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion durch die Verbesserung der Fachkompetenz ihrer Mitarbeiter;
- Unterstützung der MSO-Aktivitäten im Bereich internationale Jugendarbeit als Ressourcen orientiertes und zum Erwerb von interkulturellen Kompetenzen beitragendes Beteiligungsmodell;
- Förderung der Kooperation und Vernetzung der MSO und ihrer Einbindung in bestehende kommunale, landes- und bundesweite Netzwerke und in die reguläre Jugendarbeit; - Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit der MSO und ihrer Akzeptanz; - Auswertung, Analyse und zusammenfassende Darstellung der Arbeit der MSO in einem Handbuch und im Internet.
Projektangebote:
Die festgelegten Ziele werden schwerpunktmäßig in folgenden Projektmaßnahmen umgesetzt:
- Einrichtung einer Service-Stelle und eines Multuplikatorenpools zur Unterstützung der der MSO und Jugendgruppen der Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion;
- Konzeption, Organisation und Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendleiter, Multiplikatoren und ehrenamtliche Mitarbeiter der MSO;
- Betreuung, Begleitung und Coaching für einzelne MSO und Jugendgruppen;
- Hilfen für die Konzeptentwicklung und Umsetzung von Teilprojekten und Einzelmaßnahmen der internationalen Jugendarbeit;
- Interkulturelles Training und Maßnahmen zum interkulturellen Lernen; Koordination der Netzwerkarbeit der MSO und Hilfe beim Ausbau der Kontakte mit bestehenden Netzwerken;
- Evaluierung der Prozesse und Ergebnisse durch eine reguläre Datenerhebung und Auswertung;
- Erstellung eines Handbuches (Start-Hilfe) für MSO;
- Einrichtung einer Datenbank und eines gemeinsamen Internet-Auftritts für die Projekt-Teilnehmer (MSO und Jugendgruppen).
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