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Projektbeschreibung

Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“

Die Ausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ wird seit 1995 vom Bundesministerium des Innern (Berlin) und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Nürnberg, gefördert und von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. bundesweit präsentiert (zur Zeit in sieben identischen Fassungen). Die Ausstellung trägt zur Verbesserung der Akzeptanz der Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft bei und hilft, Vorurteile gegenüber den Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion zu entkräften und abzubauen. 2009 wurden über 150 Begegnungstage mit mehr als 26.000 Teilnehmern als Begleitprogramm der Ausstellung in öffentlichen Räumen (Rathaus, Landratsamt, Kirche, Sparkasse, Bürgerhaus, Stadthalle, Jugendzentrum u. a.) durchgeführt. Auch für 2010 sind bereits erneut viele Begegnungstage geplant. Die Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung bewegen die Menschen dazu, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden und einander besser zu verstehen.

Schwerpunkt des Projektes ist die Aufklärungsarbeit über Aussiedler unter den Jugendlichen und die Präsentation der Ausstellung in den Schulen, die dem Abbau der immer noch bestehenden Informationsdefizite und Vorurteile über Deutsche aus Russland dient. Auch i m Jahr 2009 nutzten wieder bundesweit in 60 Städten und Gemeinden weit über 1.100 Schulklassen mit mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler dieses Angebot und bezogen die Ausstellung in den Unterricht mit ein - eine große Chance zum Abbau der immer noch bestehenden Informationsdefizite und Vorurteile über Deutsche aus Russland! Im Jahr 2010 wird die Ausstellung erneut an etwa 200 Schulen in verschiedenen Städten bundesweit gezeigt.

Ziele:
Sie soll zur Verbesserung der Akzeptanz der Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft beitragen und helfen, Vorurteile gegenüber den Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion zu entkräften und abzubauen. Die großen Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung bewegen die Menschen dazu, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden und einander besser zu verstehen. Im Einzelnen werden dabei unter anderem folgende Ziele verfolgt: Aufbau von Kontakten zwischen Einheimischen und Spätaussiedlern; Eingliederung von Spätaussiedlern in bestehende Gruppierungen; Förderung der Akzeptanz der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit und der Presse; Aufklärung der einheimischen Bevölkerung über die positiven Aspekte des Aussiedlerzuzugs.

Themen:
Mit insgesamt sieben parallel laufenden und inhaltlich gleichen Wanderausstellungen informiert die Landsmannschaft die bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland bzw. der ehemaligen UdSSR sowie über die Integration der Spätaussiedler in Deutschland. Die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe wird nach einer Aktualisierung zu Beginn des Jahres 2007 auf den folgenden Tafeln behandelt:

•  Schicksalsweg der Russlanddeutschen
•  Deutsche wandern nach Russland aus: 1763 - 1862
•  Familie Alexander Schwindt aus Morgentau/ Wolgagebiet
•  Familie Jakob Wedel, russlanddeutsche Mennoniten
•  Familie Wilhelm Biedlingmaier aus Katharinenfeld/ Kaukasus
•  Familie Meta Pflugfelder-Baun aus Ludwigsthal/ Saporoshje/ Ukraine
•  Leistungen der Deutschen in Russland
•  Wirtschaftliche Blüte
•  100 Jahre kulturelle Entwicklung
•  Existenzprobe 1. Weltkrieg
•  Die Oktoberrevolution 1917 und ihre Folgen
•  Verschärfung der Repressionen 1928-1939
•  Der Weg in die Katastrophe 1941 und der 2. Weltkrieg
•  Verbannung auf „ewige Zeiten“ 1941-1956
•  Zögerliche Teilrehabilitierung 1955-1964
•  Gescheiterte Autonomiebestrebungen 1965
•  Kulturelle Wiederbelebung 1974 - 1992
•  Verantwortung für die Schicksalsgemeinschaft der Russlanddeutschen
•  Hilfen der Bundesregierung für Russlanddeutsche in den Herkunftsländern
•  Aufnahme in Deutschland
•  Bemühungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland
•  Projekte für Integration und Akzeptanz
•  Gewinn für Deutschland
•  Daten und Fakten
Zusätzliche Informationen enthält der Katalog zur Wanderausstellung.

Teilnehmer und Kooperationen:
Die Präsentation der Ausstellung wird mit Veranstaltungen von Begegnungen zwischen Deutschen aus Russland und den Einheimischen mit einem Informations- und Kulturprogramm verbunden. Die insgesamt sechs parallel laufenden Wanderausstellungen der Landsmannschaft informieren die breite Öffentlichkeit in über 50 Städten und Gemeinden pro Jahr über die russlanddeutsche Volksgruppe. Als Mitwirkende werden russlanddeutsche und einheimische Kultur- und Kunstgruppen gewonnen. In Verbindung mit Aktivitäten im Bereich der Integration von Spätaussiedlern seitens der Stadt- und Kreisverwaltungen werden zusätzlich zahlreiche Begleitveranstaltungen durchgeführt: gemeinsame Veranstaltungen mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Pressegespräche, Filmabende über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland, Podiumsdiskussionen etc. Die Veranstaltungen im Rahmen der Wanderausstellungen werden in guter Zusammenarbeit mit örtlichen Netzwerken für Integration durchgeführt. In diese Arbeit werden Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Caritas, Diakonie, AWO, Vertriebenenverbände und Landsmannschaften sowie Schulen, Verwaltungen, Vereine und viele engagierte einheimische Bürger einbezogen.

Methoden:
Die Projektleiter erläutern die Texte und Bilder der 28 Ausstellungstafeln, arbeiten unter Mitwirkung der Schüler an der großen Eurasien-Karte, zeigen und erläutern Kurzfilme, veranstalten Klassenführungen und motivierten die Schüler zu Diskussionen sowie zu schriftlichen Hausarbeiten zum Thema der Ausstellung mit Besprechung in der Klasse. In die Organisation und Gestaltung der Führungen werden ehrenamtliche Lehrkräfte vor Ort sowie freiwillige Helfer eingebunden.

Nachfrage:
Der Bedarf an Informationen und Aufklärung über das Schicksal der Deutschen in Russland sowie die Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland ist nach wie vor sehr groß: Für die nächsten Jahre liegen der Landsmannschaft bereits weit mehr als 300 Anfragen aus allen 16 Bundesländern wegen der Präsentation der Ausstellung vor.

Bundesweite Wirkung der Ausstellung „Volk auf dem Weg“
95 Stationen der landsmannschaftlichen Wanderausstellung 2009

Die Präsentation der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ durch die beiden Projektleiter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Jakob Fischer und Josef Schleicher, war auch im Jahr 2009 wieder möglich, dank der freundlichen Unterstützung durch das Bundesministerium des Innern, Berlin, und der Förderung des größten Projektes der Landsmannschaft über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Nürnberg.

Ausstellung als Unterrichtsthema in über 1000 Schulklassen

Am häufigsten wurden die sieben parallel laufenden Ausstellungen in Schulen präsentiert. Jakob Fischer und Josef Schleicher unterrichteten als Gastlehrer in über 1000 Klassen mit über 28.000 Schüler und Schülerinnen und stellten die Geschichte der Deutschen aus Russland und ihre Integration in Deutschland in den Mittelpunkt des Unterrichts. Vorträge und Führungen durch die Wanderausstellungen wurden stets für Schüler und Schülerinnen der Klassen 7. bis 13. der Haupt-, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen aus der gesamten Umgebung jedes Ausstellungsortes angeboten.

Neben der Erläuterung der Texte und Bilder auf den 25 Ausstellungstafeln fand eine Arbeit an der großen Weltkarte Eurasien unter Mitwirkung der Schüler statt. Es wurden aktuelle Kurzfilme auszugsweise und mit Kommentar vorgeführt: „Russlanddeutsche zwischen Zuversicht und Vorurteil“, „Deutsche in Russland – Vorbild und Sündenbock“, „Aller Anfang ist schwer – Integration der Spätaussiedler in Deutschland“, „Geboren in der UdSSR – junge Aussiedler in Deutschland“, „Abschied von Alma-Ata“, „Versöhnung über Grenzen“ (Auszüge aus der Filmtrilogie) u.a.

Die Schüler wurden zur aktiven Mitarbeit motiviert, sie füllten Fragekataloge zum Thema der Ausstellung aus und beteiligten sich an Diskussionen. Zur Auswirkung der Führungen gehören schriftliche Hausarbeiten der Schüler zum Thema der Ausstellung mit Besprechung in der Klasse.

Sympathienwerbung für die Volksgruppe durch öffentliche Ausstellungen 2009.

Die Ausstellungsorte: Bürger-, Kreis- und Rathäuser in Detmold, Rietberg (NRW), Germersheim (Rheinland-Pfalz), Kirchheim u. Teck (Baden-Württemberg), Dresden, Leipzig (Sachsen), Eberswalde, Oranienburg, Potsdam, Senftenberg (Brandenburg), Altötting, Augsburg, Dillingen, Kelheim, Senden (Bayern), Barsinghausen, Nienburg (Niedersachsen), Reiskirchen (Hessen) u.a.;

Kirchen- und Gemeindehäuser in Merzig (Saarland), Möckern-Friedensau (Sachsen-Anhalt), Krefeld (NRW), Gießen (Hessen), Fürth, Nördlingen (Bayern), Großhansdorf (Schleswig-Holstein), Sondershausen (Thüringen) u.a;

Berufschulen in Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt), Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), Höchstädt, Lauingen, Senden (Bayern), Kirchheim u. Teck (Baden-Württemberg), Weißwasser (Sachsen), Nienburg (Niedersachsen) u.a;

Zur Stationen der Wanderausstellung gehörten auch die BAMF-Zentrale Nürnberg (Bayern), und BAMF-Aussenstelle Eisenhüttenstadt (Brandenburg). Besonders zu erwähnen ist die Präsentation der Ausstellung in Rheinberg (NRW) während des 30. Bundestreffens der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.

150 Begleitveranstaltungen und Tage der Begegnung im Rahmen der Ausstellung

Im Rahmen der Wanderausstellungen fanden 150 Veranstaltungen mit ca. 26.000 Teilnehmern statt. Eine nachhaltige positive Resonanz hatten im Jahr 2009 Veranstaltungen zur Eröffnung der Wanderausstellung mit Grußworten von offiziellen Vertretern der Landkreise, Städte und Gemeinden, Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie der Landtage, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Vereine, Schulen.

Die beiden Projektleiter, Jakob Fischer und Josef Schleicher, hielten Einführungsvorträge, führten auf Großleinwänden Filme über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland sowie Integration in Deutschland vor. Es gab regelmäßig Führungen durch die Ausstellung und Gespräche. Das gegenseitige Kennenlernen der Russlanddeutschen und Einheimischen bei den Ausstellungen fand in Aktion statt.

Dazu gehörten Tage der Begegnung zwischen Deutschen aus Russland und Einheimischen mit einem Informations- und Kulturprogramm. Mitwirkende dabei waren russlanddeutsche und einheimische Kultur- und Kunstgruppen ,Chöre, Kulturvereine, Solisten, Kinder- und Jugendgruppen. Zu Begleitveranstaltungen
gehörten Podiumsdiskussionen mit Politikern über die Aussiedlerintegration, gemeinsame Gottesdienste, Jugendbegegnungsabende sowie Seniorennachmittage.

Besondere Bedeutung für die breite bundesdeutsche Öffentlichkeit hatten die gemeinsamen Veranstaltungen mit Herrn Dr. Christoph Bergner, MdB , Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten in Deutschland, Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium des Innern in Detmold, Rheinberg (NRW), Bitterfeld, Burg, Friedensau, Halle a. d. Saale (Sachsen-Anhalt), Germersheim (Rheinland-Pfalz), Leipzig, Dresden (Sachsen), Potsdam (Brandenburg) und Berlin.

Was die Ausstellung 2009 alles erreicht hat!

Die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg“ hat auch 2009 die breite bundesdeutsche Öffentlichkeit über die Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland sowie über ihre Integration in Deutschland informiert. Dieses Projekt hat zur Verbesserung der Akzeptanz der Deutschen aus Russland in der bundesdeutschen Gesellschaft beigetragen und Vorurteile im Aussiedlerbereich abgebaut. Die Begleitveranstaltungen im Rahmen der Ausstellungen wirkten bundesweit erfolgreich gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit und bewegten die Menschen, aufeinander zuzugehen und miteinander zu reden!

Die Ausstellung ist durch Themen über die aktuelle Aussiedlerpolitik der Bundesregierung sowie über die Wiedereingliederung der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland, insbesondere über die Integration der Jugendlichen und Abbau von Vorurteilen im Aussiedlerbereich, besonders interessant geworden. Der Ausstellungskatalog und die Begleitbroschüre „Deutsche aus Russland – Gestern und Heute“ werden kostenlos an die Ausstellungsbesucher verteilt.

Die Veranstaltungen im Rahmen der Wanderausstellungen wurden in einer guten Zusammenarbeit mit Netzwerken für Integration vor Ort durchgeführt. In diese Arbeit wurden Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Landsmannschaften sowie Schulen, Verwaltungen, Vereine und viele engagierte einheimische Bundesbürger miteinbezogen.

Der Bedarf an Informationen und Aufklärung über das Schicksal der Deutschen in Russland sowie über die Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland ist nach wie vor sehr groß. Für das Jahr 2010-2011 liegen der Landsmannschaft zahlreiche Anmeldungen für Ausstellungspräsentationen seitens der Landkreise, Städte, Gemeinden und Schulen aus allen 16 Bundesländern vor.

 

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