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29. Bundestreffen der Landsmannschaft

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„Sie sind Deutsche, so lange Sie es sein wollen!“
Festredner bekennen sich zu den Deutschen aus Russland

Rund 6.000 Besucher kamen zum 29. Bundestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 26. Mai in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen, das um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst eröffnet wurde und nach 20 Uhr mit dem Heimatabend endete.

Die Feierstunde

Eindrucksvoller Höhepunkt des Treffens war die Feierstunde mit der Hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger und dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, als Festrednern, die sich mit Nachdruck auf die Seite der Deutschen aus Russland stellten.

Rede Dr. Christoph Bergner



Dr. Christoph Bergner

Silke Lautenschläger überbrachte die Grüße des an der Teilnahme verhinderten Schirmherrn der Veranstaltung, des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, und sprach sich vor allem dafür aus, die positiven Leistungen der Deutschen aus Russland verstärkt an die Öffentlichkeit zu bringen.


Silke Lautenschlager

Dr. Bergner betonte, er habe sich in seinem Amt immer als Fürsprecher der Deutschen in und aus den Ländern der GUS gefühlt und aus diesem Verständnis heraus Impulse für seine Arbeit erhalten. Mit dem größten Beifall wurde er für sein an die Deutschen aus Russland gerichtetes Bekenntnis bedacht: „Sie sind Deutsche, so lange Sie es sein wollen! Ihre Familien haben lange genug gelitten – allein das verbietet es, Ihr Deutschtum in Frage zu stellen!“

Auch die Überbringer der Grußbotschaften sprachen den Gästen der Feierstunde aus der Seele. So erinnerte die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, daran, dass es den Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion spätestens ab 1941 nicht mehr möglich war, ihre deutsche Muttersprache zu pflegen und sie öffentlich zu benutzen. Das müsse jeder wissen, der heute Sprachdefizite bei Spätaussiedlern beklage.


Erika Steinbach

Einleitend hatte der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Adolf Fetsch, den drastischen Rückgang der Spätaussiedlerzahlen seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes am 1. Januar 2005 angeprangert und erklärt: „Es darf nicht sein, dass Mitglieder einer Volksgruppe, die vor allem in den ersten Nachkriegsjahrzehnten massiv an der Ausreise in die Heimat ihrer Vorfahren gehindert wurden, heute dafür bestraft werden. Ohne jeden Zweifel wären die allermeisten meiner Landsleute bereits vor Jahrzehnten nach Deutschland ausgereist, wenn die Machthaber das zugelassen hätten. Ein Blick auf die minimalen Ausreisezahlen der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts spricht Bände!“


Adolf Fetsch

Gleichzeitig betonte er aber auch: „Bei aller Kritik an gegenwärtigen Missständen ... will ich jedoch nicht vergessen, mich bei der einheimischen Bevölkerung, den Bundes- und Länderregierungen und den Parteien dafür zu bedanken, dass inzwischen rund 2,7 Millionen meiner Landsleute in der Bundesrepublik Deutschland Aufnahme gefunden haben.

Dass die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland seit Jahrzehnten der Motor dieser Ausreisebewegung ist, sei an dieser Stelle ohne falsche Bescheidenheit erwähnt! Und es dürfte sich kaum Widerspruch regen, wenn ich behaupte, dass ohne die Landsmannschaft ein erheblicher Teil unserer Landsleute noch immer gegen ihren Willen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion leben würde!“

Rede Adolf Fetsch




Blick auf die Buhne mit dem Familienorchester Hubert

Abwechslungsreiches Programm

Die Feierstunde flankierend, hatten die Mitarbeiter der Landsmannschaft für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt, das mit einem gemeinsamen Gottesdienst, einem Historikerforum, einem mehrstündigem Jugendprogramm sowie einem Heimatabend, der um 16 Uhr begann und erst nach 20 Uhr endete, seine Höhepunkte hatte. Insbesondere der Heimatabend, der mit der Aufführung einer deutschen Hochzeit in Russland abgeschlossen wurde, wird allen, die dabei waren, noch lange als Demonstration der Kultur der Deutschen aus Russland in guter Erinnerung bleiben.

 

 
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