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Dr. Karl Stumpp
"Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763-1862"

Das 1020 Seiten starke Buch ist für viele Menschen das erste Nachschlagewerk, wenn es darum geht, den Weg der Vorfahren der nach Deutschland gekommenen russlanddeutschen Aussiedler und Spätausiedler im 19. und 18. Jahrhundert zu verfolgen. Das gilt gleichermaßen für Forscher, für Behörden und für Russlanddeutsche selbst. So ist das Buch ein fester Bestandteil vieler Universitätsbibliotheken im In- und Ausland. Und auch mit Aussiedlerfragen konfrontierte Behörden in Deutschland sind dankbar, wenn sie in ihrer unmittelbaren Nähe einen Zugriff auf das Buch haben. Viele Deutsche aus Russland möchten es auf der Suche nach ihrer Identität auf keinen Fall missen. Meistens finden sie dann irgendwo die Antwort, dass ihre Vorfahren zur Zeit der deutschstämmigen Katharina II.(1762-1796) oder ihres Enkels Alexander I. (1801-1825) auf dem Zarenthron aus einem der vielen deutschen Länder an die Wolga, an den Dnjepr oder ins Schwarzmeergebiet auswanderten.
Mehr als ein Drittel des Buches nimmt das alphabetische Verzeichnis der damaligen Auswanderer aus Deutschland nach Russland mit Namen und Alter der Familienoberhäupter und eventueller Familienmitglieder, der Auswanderungsorte sowie der Ankunftsorte und Ankunftsjahre in Russland ein, z.B.: Grimm Jakob, 57 J., aus Steinmauern/Rastatt Baden, 1809, nach Baden/ Odessa; Frau Maria Eva Wegner; Söhne: Hans Jerg 21, Andres 8, Jakob 6.
Zusammen mit den so genannten Revisions- und Passlisten umfasst das Verzeichnis 22.000 deutsche Familien, deren Namen zum großen Teil in deutschen Kirchenbüchern und Archiven wiedergefunden werden können.
Andere Kapitel des Buches sind geschichtliche, statistische, chronologische, soziologische und genealogische Angaben über die Aussiedlung und bieten jedem, der an der Geschichte der Deutschen aus Russland aus persönlichen oder beruflichen Gründen interessiert ist, reichlich Stoff für den Einstieg in eine unerschöpfliche Materie.
Dr. Karl Stumpp (1896-1982) ist der bekannteste Autor von Büchern zur Geschichte der Russlanddeutschen, zu denen er durch seine Geburt in Alexanderhilf in der Nähe von Odessa am Schwarzen Meer gehörte. Er wanderte schon 1918 nach Deutschland aus, wo er sein Geschichtsstudium abschließen konnte. War in den 30er Jahren Landesgeschäftsführer des „Vereins für das Deutschtum im Ausland in Stuttgart“ und ab 1938 Mitarbeiter der „Forschungsstelle des Rußlanddeutschtums“ in Berlin. Viele seiner späteren Publikationen verdankt er dem Umstand, dass er während des Krieges Leiter einer Forschungsstelle in deutschen Dörfern der von der Wehrmacht besetzten Gebiete der Ukraine war. Das brachte ihm in den 90er Jahren einige Kritik ein, der jedoch entgegensteht, dass seine Arbeiten nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten, in den USA und in Israel hohes Ansehen genießen. Ohne seine Veröffentlichungen der 60er und 70er Jahre, wäre die Lücke über die Erforschung der Deutschen in Russland noch viel größer als sie ohnehin ist.
Sie erhalten „Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763 bis 1862“ im Bücherangebot der Landsmannschaft zum Preis von 48,00 Euro.
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