|

NELLY DÄS
"Russlanddeutsche Pioniere im Urwald "

Mit dem 1993 erschienenen Buch hat die russlanddeutsche Erfolgsautorin ihr Literaturangebot um eine neue Dimension erweitert. Sie verlegt den Ort der Handlung zum größten Teil in den Urwald Südamerikas und das Geschehen in die 20er bis 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als Deutsche und Österreicher in beachtlicher Zahl ihr Heil Brasilien suchten.
Ihr Held mit russlanddeutschem Blut heißt Robert oder Roberto, je nachdem. Er ist zusammen mit seinen Angehörigen als Siebzehnjähriger mit phantasiereichen Zukunftsplänen in eine neue und unbekannte Welt gekommen, wo er von der Liebe gefangen genommen wird und schließlich so „verdorben“ wird, dass seine Oma entsetzt die schwarzen Babies ihres Robert zur Kenntnis nehmen muss – im Gegensatz zu den weißen Kinderchen ihres anderen Enkels. Zu allem Übel will sich Robert nicht abrackern, sondern leben. Daß diese Mischung „Schwarze Frau“ und fauler weißer Mann auf Dauer nicht gut gehen kann, ist für sie klar.
Man muss der Autorin bescheinigen, dass sie vor Ort mit Hilfe eines deutschbrasilianischen Führers gut recherchiert hat. Bei der Wahl abfälliger Ausdrücke wie „schwarze Weiber, „Die Hirten, diese Esel von Schwarzen“ oder „Negerbalg“ lässt Nelly Däs vorsorglich ihre handelnden Personen aussprechen und beruft sich darauf, dass es in jener Zeit eben so war – nicht nur in Deutschland und in Russland .
|