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NELLY DÄS
"Der Schlittschuhclown"

Der kleine Helmut kommt 1941 mit seiner Mutter im Zuge der Verbannung aller Deutschstämmigen nach Sibirien in dem Dorf Bubnova nahe Barnaul, wohin sie eingewiesen worden waren. Helmut ist von Geburt an stumm. Dadurch und weil er zudem noch Deutscher ist und sich nicht wehren kann, ist er ständigen Anfeindungen durch die russischen Kinder im Dorf ausgesetzt. Der Deutschenhaß ist groß, Faschist, Hitlerist waren die Schimpfwörter, unter denen er leiden musste. Einer, sein Name war Lowa, tat sich jedoch besonders hervor und dachte sich immer neue Schikanen aus, um dem deutschen Faschisten zuzusetzen. Helmut litt sehr darunter und wenn sich im Winter sich die Kinder auf dem zugefrorenen Fluß beim Schlittschuhlaufen vergnügten, musste Helmut zusehen. Lowa tat sich auf dem Eis mit beachtenswerten Kunststücken hervor, Helmut wollte ihm nacheifern, übte heimlich, dabei gewann er Lowa sogar als Freund, der ihm Kunststücke beibrachte. Durch sein sonniges Gemüt und Clownerien auf dem Eis war er ein Liebling der Dorfbewohner geworden und durch Hilfe eines ehemaligen Eisschnellläufers, der ihn zur Perfektion auf dem Eis trainierte, kam er bei einem Zirkus als Clown unter, heiratete dort eine Artistin, die ihn aber wegen seiner Behinderung verließ. Alte Wunden waren wieder aufgerissen worden, so dass Helmut durch Selbstmord seinem Leben ein Ende bereitete.
Nelly Däs ist es wiederum gelungen, ein Buch vorzulegen, das an Schulen zur Integration der russlanddeutschen Aussiedlerkinder erheblich beiträgt. Fast spielerisch ist die Geschichte der Russlanddeutschen im „Schlittschuhclown“ verpackt und eignet sich als Lesetext für Schulen, auch bei Projekten gegen Ausländerfeindlichkeit. Schon an etlichen Schulen wurde dies in Rollenspielen verwirklicht.
Anhand dieser Erzählung erfahren die Jugendlichen eine ganze Menge über jene Menschen, die heute zu uns kommen. Es werden Vorurteile in ein ganz anderes Licht gerückt. Dies ist das vorrangige Anliegen der Autorin: Ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander.


 

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